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Der dunkle Wanderer, Vitagen 8

Gefangen in seiner Seifenblase schwebt Vitagen über dem Gleis. Es ist lang, kühl und funktioniert. Doch schon bei der nächsten Flut wird ihm ob der Farben Freude impliziert, er schwebt und lebt frohen Mutes durch zivilisatorisches Unglück, als wäre er ein vollautomatischer Kaffeeautomat. Und erfreue sich daran.

Der Motor läuft, der Rotor röchelt und die Menschen in der Fußgängerzone lächeln sich einander aufmunternd zu, kalter Wahn und schon geht es um die Ecke, gibt es jemanden, der sie zählt? Vitagen freut sich bei trübem Licht, der dunkle Wanderer schläft tief, er kann den Kaffee genießen.
Ach, geht nicht – es funktioniert nicht, bald ersetzt, Fall einer Garantie. Bei diesem menschlichen Gedanken freut sich Vitagen wie ein Kind und beschließt, dem Betrunkenen heute Alkohol zu schicken. Das beste Automat läuft nun mal nicht ohne Treibstoff - hört da jemand Hilfeschreie?
Nur diese Jammerlappen.Vitagen schreitet durch Fäkalien und lässt Wasser. Hände waschen nicht vergessen, verbrannte Luft spiegelt sich in seinen Augen. Es bricht hinter ihm.

Nur die Technik. Vitagen hält sich den Bauch, er lacht mit Schall, denn alles erstrahlt in glitzernden Strahlen, durch die Seifenblase hindurch ergeben sich die schönsten Effekte. So genießt Vitagen das Leben wie ein jedes Wesen in der Stadt. Und wieder geht es um die Ecke.
Da stehen Kinder, umzingeln Tauben, zertreten sie in vollem Spiel. Vitagen denkt an seine eigene Jugend und muss gutmütig lächeln - wie wenig sich doch Inhalte scheiden, ganz die Natur. Und so breitet er die Arme aus und umschließt die Welt in Freude, atmet sie ein, die gute Luft, flugs springt er dahin, eine Ampel rot, ein paar Autos stehen Schlange, geschickt hüpft Vitagen auf allen Vieren von einem zum anderen, versenkt seine Nase in den Abgasanlagen, die Luft wird besser und man schnuppert Freiheit.

Konsequent färbt sich ein Licht symbolhaft grün, Vitagen verliert ein Bein. Doch das tut nichts zur Sache, nach großen Mengen Blutverlust bedingt durch große Mengen Wartezeit hat er schon ein neues, kaputt, ersetzt, Fall einer Garantie, einmal totale Indifferenz, bitte, danke und zurück auf das Gleis, Vitagen rattert durch die Mengen, links und rechts, da hängen jetzt die Leichen, immer diese Garantiefälle, arme Menschheit, armes blaues Pflänzchen, die Unabhängigkeit bekommt dir nicht.

Er muss nur aufwachen, so schwer ist das ja gar nicht.
Erst löst sich der Verstand, dann ist nur noch der Körper Feind.
Durch diese Schranke kann man ihn erinnern, belehren, predigen,
keifen, schreien, schlagen, treten, werfen, brechen, biegen und zerformen.
Bis auch er endlich, endlich soweit ist.
Er wird nicht schreien. Er wird nicht scheitern.
Man führt ihm die Spritze ein, etwas platzt, er uriniert ein letztes Mal
und man recycelt ihn.

Ich wusste, du wirst fragen.
16.11.07 19:52


Der dunkle Wanderer, Vitagen 7

- Ein Fragment der Nacht

Tiefe Wellen. Bewegte Wellen. Und immer kräuselt sich etwas, ein gar schöner Anblick. Das Wasser umspült die Sinne, und ich liege hier harmonisch auf meinem Boot. Der Seegang ist ruhig, seelentief gelassen. Und ich schaukle mit dem Schiff. Wie ein Pendel, welches mein Denken zu bestimmen wagt. Und ich denke, denke mich ins Wasser, fange an zu treiben und schwebe hinab ins Bodenlose. Der Glanz des Abgrunds kitzelt meine Wange, ich bekomme das Verlangen, die Hand wohl kratzend auf und ab zu bewegen. Alles gleich den Wellen. So wandle ich auf dem Gewässer und bemerke, dass das Boot aus Papier gefertigt ist. Und alles dehnt sich, das Wasser schlägt an die kaltweißen Wände. Wohnt hier der dunkle Wanderer? Oder ist alles nur ein Trugbild meiner kraftlosen Materie, die nun endlich auch rational ans Aufgeben denkt? Das Zimmer ist groß und mit Wasser gefüllt. Und immernoch schaukelt das Schiff, alles weit und leer.


Die Türe steht offen und so treibt das Boot gemächlich weiter, mich weiter in den nächsten Raum, der dem ersten auf die Wassermenge hin gleicht. Von Raum zu Raum, das Boot steht, nur die Umgebung scheint belebt. Es ist alles so vertraut: Nicht ich werde ausgewechselt, nein, man wechselt nur die Form. Nur die Form, nichts als die Reform. Und ich muss mich doch krümmen, ich weiß ja auch nicht warum. Etwas hält dies für richtig und deshalb halte ich es auch für richtig und aus, krümme mich, liege gekrümmt auf dem Boot aus Papier. Die Reise ist ja ganz angenehm auf diese Weise, ganz angenehm, ja. Die Zimmer rennen hastig, schwimmen, rennen, ziehen vorbei. Und dann durchdringen die ersten Projektile die Schiffshaut,
ich werde unruhig und verfolgt.


Anderes Schiff, gleiches Schiff, eine Spiegelung und doch feindlich. Ich weiß auch nicht. Doch mein Untergrund schwankt und ich weiß, wenn er fällt, so falle auch ich. Also beeile ich mich, Zimmer dazwischen zu zerren. Und es funktioniert nicht.


Quadratische Zimmer, die Wände weiß, mit Wasser gefüllt und mein Boot: Das nächste und alles kommt schneller als erwartet. Und plötzlich immer schneller. Die Zimmer rasen wie toll. Und dann stürzt die Wasserfläche nach unten, vor mir der Wasserfall. Ich reagiere angemessen hysterisch. Versuche, zu wenden und es gelingt und ich möchte zurück. Lieber zum Feind als zum Untergang. Ich treibe das Schiff an, möge es doch dem Fluss trotzen. Das Negativ stürzt an mir vorbei. Und ich höre den dunklen Wanderer lachen.
29.10.07 17:46


Der dunkle Wanderer, Vitagen 6

„Wenn doch nicht alle Tagträume fiktiv wären“, seuftze ich und legte mich um.
12.10.07 19:39


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